Google Analytics Remarketing – wie können Remarketing-Zielgruppen in Analytics erstellt werden?

Remarketing Zielgruppe

Häufig werden Remarketing-Zielgruppe, insbesondere von SEA (Search Engine Advertising) Einsteigern, in Google Ads erstellt. Allerdings können diese auch über Analytics generiert werden. Das ist um einiges vorteilhafter, da mehr Metriken zur Auswahl vorliegen und sich Zielgruppen spezifischer eingrenzen lassen. Außerdem ist der entscheidene Vorteil, dass sich nicht nur Nutzer, die über bezahlte Anzeigen auf die Webseite kommen, auf der Remarketing-Liste befinden, sondern alle Webseitenbesucher. Nachfolgend verraten wir dir, wie das funktioniert und was du beim Erstellen von Remarketing-Zielgruppen in Google Analytics bedenken solltest.

Was ist Remarketing?

Remarketing bezeichnet im Online Marketing eine Tracking-Methode, wodurch Nutzer eines Online-Angebots markiert werden können, um beim weiteren Website-Surfen gezielt Werbung von genau diesem Angebot zu erhalten. Das dahinterliegende Ziel ist die Erhöhung der Conversionrate.

Wissenswert: 

  • Deutlich von Vorteil ist, dass eine Remarketing-Zielgruppe in der Regel eine höhere Kaufbereitschaft zeigt, da sie das Produkt, die Dienstleistung und/oder die Marke bereits kennt.

  • Höhere Conversion-Rate: Da die Menschen auf der Remarketing-Liste bereits das Produkt bzw. die Marken kennen und schon mal Interesse gezeigt haben, ist die Conversion-Rate deutlich höher als bei normalen Kampagnen. 
  • Stärkeres User Engagement: Remarketing-Anzeigen haben durch das im Vorfeld ermittelte Interesse der erneut angesprochenen Zielgruppe eine prozentual gesehen höhere Klickrate. 
  • Personalisierte Werbung: Remarketing Ads sind genauer bzw. präziser auf die Zielgruppe ausgerichtet. 

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um Listen für Google Ads Remarketing in Analytics zu erstellen?

  • Prüfe die Datenschutzrichtlinien auf deiner Webseite und passe sie bei Bedarf an. Sei hier auf keinen Fall nachlässig, da ein Verstoß gegen das europäische Datenschutzgesetz sehr teuer werden kann. 
  • Dein Google Analytics Konto muss mit deinem Google Ads Konto verknüpft sein. 
  • Prüfe, ob die Datenerfassung für Werbefunktionen unter den Property-Einstellungen in deinem Google Analytics Konto aktiviert wurde. 

Wissenswert: 

  • Damit du diese Funktion aktivieren kannst, benötigst du eine entsprechende Berechtigung. Und zwar genau für die Property, in der du planst, die Zielgruppe anzulegen. Die Bearbeitungsberechtigung benötigst du auch, um überhaupt eine Zielgruppe anlegen zu können.
  • Anders als bei Google Ads ist hier die Implementierung eines weiteren Google Analytics-Remarketing-Tags auf deiner Seite nicht notwendig, da automatisch der bereits integrierte Google Analytics Tag genutzt wird. 
  • Achtung: Geht es um dynamisches Remarketing, sind allerdings benutzerdefinierte Parameter notwendig. Diese müssen in deinem Google Analytics Konto eingerichtet werden.

Wie kann man Google Analytics für Remarketing konfigurieren?

Damit du Remarketing-Listen erstellen kannst, müssen folgende Grundvoraussetzungen erfüllt sein: 

  • In deinem Google Ads Konto müssen die Funktionen für Werbeberichte und Remarketing aktiv sein.
  • Du musst die Richtlinien für die Nutzung von Google Analytics einhalten. 
  • Du benötigst mindestens ein aktives Google Ads Konto. 

Wissenswert: 

  • In einem Google Analytics Konto lassen sich maximal 2000 Remarketing-Zielgruppen erstellen. 
  • Segmente mit kaufbereiten Zielgruppen (Stichwort: Dimension) können für das Erstellen von Remarketing-Zielgruppen nicht genutzt werden. 
  • Für das Erstellen von Remarketing-Zielgruppen kann der Messwert „Tage seit dem letzten Besuch“ nicht genutzt werden. 

Wie kann man die Property-Einstellungen ändern?

Damit du Remarketing-Listen für Google Ads erstellen kannst, müssen die Property-Einstellungen in Analytics angepasst werden. Nachfolgend verraten wir dir, wie du hierfür am besten vorgehst.

Achtung: Das Anpassen der Property-Einstellungen funktioniert nur dann, wenn du auf deinen Seiten die AMP-Tag-Kennzeichnung, den gtag.js oder analytics.js nutzt. 

Wissenswert: Sobald die Datenerfassung für Werbefunktionen oder die Property-Einstellungen „Remarketing“ aktiviert werden, kommt es zum Erfassen des kompletten Traffics auf allen deinen Webpräsenzen. Sollen nur die Userbewegungen auf Teilen Ihrer Internetseite erfasst werden, ist eine Änderung des Trackingcodes für jede für dich wichtige Unterseite notwendig. Die vorher erwähnten Property-Einstellungen müssen aber deaktiviert bleiben. 

Property-Einstellungen ändern: die einzelnen Schritte

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  • Melde dich in deinem Google Analytics Konto an und rufe über Verwaltung „Property“ auf. 
  • Dort klickst du auf „Tracking-Informationen“ und Datenerhebung“. 
  • Hier (Datenerfassung für Werbefunktionen) kannst Du Remarketing und Funktionen für Werbeberichte ein- und ausschalten. 

So erstellst du Remarketing-Listen in Google Analytics

  1. Öffne unter Verwaltung die Property-Einstellungen. Anschließend wählst du „Zielgruppendefinition“ und klickst auf „Zielgruppen“. 
  2. Klicke auf „+ Neue Zielgruppe“. Danach öffnet sich ein Fenster, in dem bereits verschiedene vorkonfigurierte Zielgruppendefinitionen zu sehen sind. Diese können gleich verwendet werden.

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Zielgruppe bearbeiten

  1. Logge Dich in deinem Google Analytics Konto ein und rufe „Verwaltung“ auf. Anschließend öffnest du die Property, in der die Zielgruppe bearbeitet werden kann. 
  2. Rufe Zielgruppe über Property und Zielgruppendefinition auf. 
  3. Als Nächstes wird dir eine Liste mit den von angelegten Zielgruppen angezeigt. Suche nach der Zielgruppen-Liste, die du bearbeiten möchtest. 
  4. Nun kannst du einzeln auf „Zielgruppenziele, Zielgruppenquelle und/oder Zielgruppendefinition“ klicken und diese bearbeiten. 

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  • Nach der Bearbeitung der Definition oder der Quelle kommt es zum Hinzufügen neuer Nutzer. Vorhandene Nutzer, die aufgrund der vorherigen Angaben in die Liste aufgenommen wurden, bleiben so lange in der Liste, bis die Gültigkeitsdauer der Daten abgelaufen ist. 
  • Ein Schließen einzelner Zielgruppen für spezielle Ziele ist möglich. Das bedeutet, dass das Erfassen weiterer Nutzer für diese Zielgruppe gestoppt wird. Die geschlossene Zielgruppe kann wieder geöffnet werden. Die Anzeigen werden den bereits auf der Liste vorhandenen Nutzern trotzdem ausgegeben. Aber nur so lange, bis die Gültigkeit der Daten abgelaufen ist. 
  • Sobald eine Zielgruppe gelöscht wird, bekommen die auf der Liste stehenden Nutzer keine Anzeigen mehr ausgeben. Des Weiteren wird die Gruppe aus allen Zielen entfernt.

Wie kann man eine Zielgruppe für alle Ziele schließen?

  • Logge Dich in deinem Google Analytics Konto ein und rufe „Verwaltung“ auf. Anschließend öffnest du die Property, in der die Zielgruppe bearbeitet werden kann. 
  • Rufe Zielgruppe über Property und Zielgruppendefinition auf. 
  • Als Nächstes wird dir eine Liste mit den von angelegten Zielgruppen angezeigt. Suche nach der Zielgruppen-Liste, die du bearbeiten möchtest. 
  • Klicke auf „Zielgruppe schließen“ (rechts oben). 

Wissenswert: Hast du die Zielgruppe für alle Ziele geschlossen, kannst du sie auch löschen (rechts oben „Zielgruppe löschen“).

Intelligente Listen

Hier werden alle Transaktionsdaten automatisch gesammelt. Auf der Basis von maschinellem Lernen beurteilt der Algorithmus dahinter, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass die User während der nächsten Sitzungen tatsächlich konvertieren. 

 

Wissenswert: Der Algorithmus berücksichtigt bei der Ermittlung der Konvertierungswahrscheinlichkeit verschiedene Nutzersignale, wie z. B. 

  • Seitentiefe
  • Standort
  • Sitzungsdauer
  • Gerät
  • Verweis-URL
  • Browser

Die Daten werden täglich aktualisiert. 

 

Wurden die geforderten Seitenaufrufe bzw. Transaktionen nicht erreicht, nutzt Google Daten von Firmen, die sich im selben Geschäftsbereich bewegen und ihre Conversion-Daten anonymisiert freigegeben haben. 

Alle Nutzer

Hier werden alle Nutzer automatisch erfasst, die deine Seite bzw. deinen Onlineshop schon einmal besucht haben.

Neue Nutzer

Hier werden alle User erfasst, die nur eine Sitzung oder einmal auf deiner Webseite waren. 

Wiederkehrende Nutzer

Hier werden die User erfasst, die deine Internetpräsenz mehrmals besucht haben. 

Nutzer, die einen bestimmten Bereich meiner Webseite aufgerufen haben

Hier werden bestimmte Bedingungen festgelegt, die erfüllt sein müssen, damit ein User erfasst werden kann. Dazu erfolgt beispielsweise dann, wenn ein User eine Checkout-Seite oder eine bestimmte Kategorie-Seite besucht. 

Nutzer, die eine Zielvorhaben-Conversion abgeschlossen haben

Hier hast du die Möglichkeit, Remarketing-Listen zu erstellen, die auf ein bestimmtes Zielvorhaben ausgerichtet sind. Entscheidest du dich für diese Zielgruppenkonfiguration „Nutzer, die eine Transaktion abgeschlossen haben“, werden eben diejenigen erfasst, die auf deiner Webseite mindestens eine Transaktion durchgeführt haben. 

Nutzer, die eine Transaktion abgeschlossen haben

Diese Remarketing-Liste enthält alle User, die mindestens eine Transaktion durchgeführt haben.

  • Neben den vordefinierten Zielgruppen hast du auch die Möglichkeit, eine eigene Zielgruppe zu definieren. 
  • Nutzt du bereits fertig konfigurierte Zielgruppen, sparst du Zeit, da weniger Einstellungen beim Anpassen dieser Gruppen durchgeführt werden müssen.

Eigene Zielgruppen definieren: So geht’s

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Willst du eine Remarketing-Zielgruppe nach deinen eigenen Vorstellungen definieren, dann musst du auf +Neue Zielgruppe“ und “Neu erstellen” klicken. Anschließend legst du die verschiedenen Merkmale deiner Zielgruppe beispielsweise so fest:  

  • Demografie
  • Generierter Umsatz / Sitzung bzw. Nutzer
  • Geräte
  • Betriebssystem
  • Browser usw. 

Neue Nutzer: Wählst du diese Option aus, dann wird dir im nachfolgenden Fenster angezeigt, wie viel neue Nutzer innerhalb der letzten sieben Tage auf deine Webseite gelangt sind. 

Unter „Gültigkeitsdauer“ kannst du vorgeben, wie lange deine Liste gültig sein soll. Du kannst zwischen einem und 540 Tagen auswählen. 

Wissenswert: Standardmäßig beträgt die Gültigkeitsdauer von Remarketing-Listen dreißig Tage. 

Tipp: Lege für deine Remarketing-Liste eine aussagekräftige Bezeichnung fest, damit du sie später einfacher wiederfinden kannst. 

Bestätige deine Eingaben, indem du auf „nächster Schritt“ klickst. 

Damit eine Übertragung der Remarketing-Listen in deinem Google Ads Konto möglich wird, musst du in deinem Google Ads Konto „+ Ziele hinzufügen“ anklicken. Nun werden dir in deinem Interface die verknüpften Google Ads Konten angezeigt. 

Wähle anschließend das Konto aus, in dem deine Zielgruppe genutzt werden soll. 

Jetzt kannst du die Remarketing-Zielgruppenliste aus Google Analytics in deinem Google Ads Konto finden (Tools – Zielgruppenverwaltung – Zielgruppenlisten)

Wissenswert: Detaillierte Remarketing-Listen lassen sich auch erstellen, in dem man Vorlagen aus der Lösungsgalerie nutzt. Die Lösungsgalerie findest du direkt neben „neue Zielgruppen“. 

Klickst du auf „aus Galerie importieren“ öffnet sich ein neues Fenster. Dort sind verschiedene Remarketing-Listen aufgeführt, die du in dein Google Ads Konto importieren kannst. 

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Wissenswert: Für angelegte Remarketing-Listen in Google Analytics gelten dieselben Vorgaben bezüglich des Umfangs wie für Listen, die du direkt in Google Ads erstellt hast. 

Fazit: 

Nutzt du Google Analytics, um deine Remarketing-Zielgruppen für Google Ads zu erstellen, dann kannst du alle Google-Analytics-Messwerte nutzen. Du hast praktisch Zugriff auf alle verfügbaren Daten in deinem Konto. Zudem lassen sich Retargeting-Zielgruppen in Google Analytics wesentlich schneller anlegen. Außerdem hast du mehr Möglichkeiten, deine Zielgruppe genau abzustecken. Des Weiteren ist es nicht notwendig, ein weiteres Remarketing-Tag auf der Webseite zu implementieren.

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