AI Max bei Microsoft Ads: Was die neue KI-Suite für deine Search-Kampagnen bedeutet
Stell dir vor, deine Search-Kampagne würde plötzlich auch die Suchanfragen erreichen, die du beim Anlegen deiner Keywords nie auf dem Schirm hattest... mehr
Robert Spiewak Stell dir vor, deine Search-Kampagne würde plötzlich auch die Suchanfragen erreichen, die du beim Anlegen deiner Keywords nie auf dem Schirm hattest – und die passende Anzeige samt Landingpage liefert die KI gleich mit. Genau das verspricht Microsoft mit AI Max, das ab sofort allen Werbekunden zur Verfügung steht. Wir zeigen dir, was hinter der neuen KI-Suite steckt, welche drei Funktionen sie kombiniert, was erste Tests an Ergebnissen zeigen – und wie du dabei die Kontrolle über deine Kampagnen behältst.
Microsoft Advertising stellt AI Max ab sofort allen Werbekunden zur Verfügung. Die optionale KI-Suite erweitert bestehende Search-Kampagnen und soll Anzeigen besser auf zunehmend längere und komplexere Suchanfragen abstimmen. Dafür kombiniert AI Max drei Bausteine: Suchabgleich, Textanpassung und URL-Auswahl. Microsoft reagiert damit auf ein verändertes Suchverhalten – Suchanfragen werden länger, dialogorientierter und stärker von konkreten Absichten geprägt, etwa durch KI-gestützte Suche über Bing und Copilot.
Wichtig zu wissen: AI Max ist ein Opt-in-Feature für Search-Kampagnen, kein eigener Kampagnentyp. Bei neu angelegten Search-Kampagnen wird AI Max standardmäßig aktiviert, lässt sich aber jederzeit wieder abschalten.
Wichtig: AI Max gibt es auch bei Google Ads
Ein häufiges Missverständnis vorab: “AI Max” ist kein exklusiver Microsoft-Begriff. Auch Google Ads bietet eine Funktion unter demselben Namen an – Google hatte AI Max für Suchkampagnen bereits im Mai 2025 vorgestellt und die Beta im September 2025 weltweit ausgerollt. Die Grundidee ist bei beiden Plattformen ähnlich: KI erweitert bestehende Suchkampagnen um zusätzlichen Suchanfragen-Abgleich, Textanpassung und Landingpage-Auswahl. Die konkrete Umsetzung, die Einstellungen und die Verfügbarkeit unterscheiden sich zwischen Google und Microsoft aber deutlich – die Produkte werden unabhängig voneinander entwickelt. Dieser Artikel bezieht sich ausschließlich auf AI Max bei Microsoft Advertising. Achte bei eigener Recherche also darauf, ob eine Quelle sich auf Google Ads oder auf Microsoft Advertising bezieht.
Beim Suchabgleich berücksichtigt das System neben deinen hinterlegten Keywords auch deine Anzeigen, Landingpages, die Nutzerabsicht und weitere Kontextsignale. So sollen auch komplexere, konversationelle Suchanfragen erreicht werden – etwa solche, die über KI-gestützte Erlebnisse auf Bing und Copilot entstehen. Eine Besonderheit bei Microsoft: Deine Anzeigen können dadurch nicht nur bei klassischen Bing-Suchen, sondern auch bei komplexeren Suchvorgängen auf Oberflächen wie Copilot Search und Copilot Answers relevant werden.
Auf Basis deiner bestehenden Werbemittel und Website-Inhalte generiert die KI zusätzliche Textvarianten für deine Anzeigen. Zur Auktionszeit wählt das System dann automatisch die aus seiner Sicht passendste Kombination aus – mit dem Ziel, Anzeigen relevanter für die jeweilige Suchanfrage zu machen.
Statt Nutzer immer auf eine festgelegte Landingpage zu schicken, kann AI Max automatisch die Seite deiner Website auswählen, die am besten zur Suchabsicht passt. Ziel ist mehr Konsistenz zwischen Suchanfrage, Anzeigentext und der Seite, auf der Nutzer tatsächlich landen.
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Nach Angaben von Microsoft steigern die neuen Funktionen auch die Kampagnenleistung. Grundlage sind 44 A/B-Experimente, bei denen Search-Kampagnen mit und ohne AI Max verglichen wurden. Die Ergebnisse:
Für Kampagnen mit engem Keyword-Set kann sich der Blick auf AI Max also besonders lohnen – hier ist das Potenzial für zusätzliche, relevante Reichweite am größten.

Trotz stärkerer Automatisierung sollen Werbekunden die Kontrolle über ihre Kampagnen behalten. Diese Einstellungen gelten unverändert weiter:
Hinzu kommen Marken-Ein- und -Ausschlüsse sowie die Möglichkeit, Begriffe festzulegen, die nicht in KI-generierten Anzeigen erscheinen dürfen. AI-Max-Einstellungen lassen sich außerdem aus Google Ads importieren – praktisch, wenn du dort bereits mit vergleichbaren KI-Funktionen arbeitest. Eine Ausnahme gibt es: AI-Max-Search-Kampagnen, die aus aufgewerteten Dynamic Search Ads stammen, werden vorerst wieder in klassische DSA-Kampagnen umgewandelt, während Microsoft an zusätzlicher Funktionalität arbeitet.
Nutzt du bereits automatisch generierte Anzeigentexte oder Predictive Matching in deinen Search-Kampagnen, wandern diese Funktionen künftig unter das AI-Max-Dach – die entsprechenden Einstellungen werden bei betroffenen Kampagnen automatisch aktiviert. Alle übrigen AI-Max-Funktionen bleiben aber opt-in und werden nicht automatisch dazugeschaltet.

Die Namen liegen nah beieinander, die Konzepte aber nicht. Performance Max ist ein eigener Kampagnentyp für die kanalübergreifende, KI-gestützte Optimierung über das gesamte Microsoft-Advertising-Inventar hinweg – von Suche über Display bis Shopping. AI Max dagegen ist keine eigene Kampagne, sondern eine Opt-in-Erweiterung speziell für bestehende oder neue Search-Kampagnen.
Kurz gesagt: Performance Max ist der Kampagnentyp, AI Max ist das Upgrade für deine Suchkampagne. Viele Werbetreibende werden je nach Zielsetzung künftig beides parallel einsetzen.

Kann ich AI-Max-Einstellungen aus Google Ads übernehmen?
Ja, zumindest teilweise: AI-Max-Einstellungen lassen sich beim Import von Google-Ads-Kampagnen nach Microsoft Advertising übernehmen. Eine Ausnahme gibt es bei Search-Kampagnen, die aus aufgewerteten Dynamic Search Ads stammen – die werden vorerst wieder in klassische DSA-Kampagnen umgewandelt.
Lohnt sich AI Max für kleine Konten mit wenig Konversionsdaten?
Hier lohnt sich Vorsicht. Die veröffentlichten Uplift-Zahlen stammen aus A/B-Tests über eine breite Kontenbasis hinweg – wie stark der Effekt bei einem Konto mit wenig Konversionsvolumen ausfällt, ist damit nicht automatisch gesagt. Unsere Empfehlung: erst über ein Optimierungsexperiment im kleinen Rahmen testen, bevor AI Max auf alle Kampagnen ausgerollt wird.
AI Max ist kein neues Wundermittel, sondern eine folgerichtige Weiterentwicklung: Microsoft bündelt Suchabgleich, Textanpassung und URL-Auswahl in einem Feature-Set, das genau dort ansetzt, wo sich Suchverhalten gerade verändert – hin zu längeren, dialogorientierten Anfragen. Die ersten Zahlen aus den A/B-Tests sind vielversprechend, und dass Werbekunden dabei die Kontrolle über Budgets, Ausschlüsse und Ziele behalten, nimmt der Automatisierung etwas von ihrem Schrecken. Unsere ehrliche Einschätzung: Für Konten mit stabilem Konversionsvolumen und einer eng gestrickten Exact-/Phrase-Match-Struktur ist AI Max schon jetzt einen ernsthaften Test wert – genau dort zeigt Microsoft den größten Effekt. Für kleinere Konten mit dünner Datenlage würden wir dagegen erstmal abwarten und gezielt über ein Optimierungsexperiment testen, statt AI Max direkt auf alle Kampagnen loszulassen. Am Ende gilt wie bei jeder Automatisierung: Wer die Kontrollen aktiv nutzt, statt sie nur eingerichtet zu lassen, holt aus AI Max echten Mehrwert heraus – wer AI Max nur aktiviert und dann vergisst, überlässt der KI mehr Entscheidungsspielraum, als den meisten Werbekunden lieb sein dürfte.
Als Hanseranker der ersten Stunde bin ich seit 2014 mit an Board und habe die SEA Abteilung wachsen und gedeihen sehen. Es ist ein Ansporn für mich, diese Erfahrungen weiterzugeben und hier mit Euch zu teilen.