ZURÜCK

YouTube-Ads: Google testet Messaging – das bringt das Demand-Gen-Update

Romina Afzal
Aktualisiert: 01.10.2026

Eine Anzeige weckt Interesse, aber vor der Anfrage bleibt eine Frage offen: Passt das Produkt zu meinem Bedarf? Ist der gewünschte Reisetermin noch verfügbar? Google testet einen Kontaktweg für solche Rückfragen: Interessierte sollen aus Demand-Gen-Anzeigen auf YouTube eine Unterhaltung mit dem Werbetreibenden in einer Messaging-App starten können.

Der Test ist Teil des am 27. August 2026 angekündigten Demand-Gen-Updates. Welche Apps unterstützt werden und wann die Funktion in Deutschland verfügbar sein wird, nennt Google in der Mitteilung nicht. Außerdem gibt es Neuerungen für Reiseanzeigen und die KI-gestützte Videoerstellung. Was sich dahinter verbirgt und was du für deine Kampagnen vorbereiten kannst, erfährst du hier.

1. Messaging direkt aus der Demand-Gen-Anzeige

Der geplante Messaging-Einstieg könnte vor allem bei Angeboten helfen, die vor dem Kauf Erklärung brauchen. Wer etwa wissen möchte, ob ein Produkt zur vorhandenen Ausstattung passt, könnte diese Frage über den Kontaktweg in der Anzeige stellen. Das ist ein möglicher Anwendungsfall – wie der Einstieg und die anschließende Unterhaltung konkret aussehen, lässt sich aus Googles Ankündigung noch nicht ableiten.

Für deine Planung heißt das: Prüfe zunächst, welche Fragen Interessierte vor einer Anfrage oder einem Kauf häufig stellen und wer sie bei euch beantworten könnte. Größere Investitionen in neue Chat-Tools würde ich erst dann einplanen, wenn unterstützte Apps und Zugangsvoraussetzungen feststehen.

Entscheidend ist später nicht die Zahl der gestarteten Chats, sondern was daraus entsteht: passende Anfragen, Beratungstermine oder Verkäufe. Ein zusätzlicher Kontaktweg hilft wenig, wenn Nachrichten unbeantwortet bleiben oder überwiegend Anfragen eingehen, die nicht zu deinem Angebot passen.

Messaging in Demand-Gen-Anzeigen auf YouTube: Nutzer:innen starten aus der Anzeige eine Unterhaltung mit dem Werbetreibenden

2. Mehr Relevanz für Reiseangebote

Für Reiseanbieter und Hotels soll Demand Gen Angebote stärker auf die Interessen der Nutzer:innen abstimmen. Google nennt lokale Aktivitäten, Veranstaltungen und aktuelle Angebote am Reiseziel. Auch Hotelanzeigen sollen passendere Unterkünfte zeigen. Welche Voraussetzungen für die Nutzung gelten und wie die Neuerungen eingerichtet werden, erläutert die Ankündigung allerdings nicht.

Für deine Kampagnenplanung solltest du deshalb zunächst prüfen, welche Möglichkeiten in deinem Konto verfügbar sind. Überlege außerdem, welche Informationen dein Angebot für Reisende interessant machen: etwa die Nähe zu Veranstaltungsorten oder Aktivitäten in der Umgebung. Ob die neuen Anzeigen dadurch mehr Buchungen bringen, muss sich anhand der Kampagnenergebnisse zeigen.

3.Videos mit KI im Asset Studio erstellen

Google hat die multimodale Videoerstellung im Asset Studio allgemein verfügbar gemacht. Damit lassen sich kreative Vorgaben, ein Storyboard und die anschließende Videoerstellung in einem zusammenhängenden Workflow bearbeiten. Dabei können horizontale und vertikale Video-Assets entstehen. „Multimodal“ bedeutet hier, dass unterschiedliche Eingaben wie Texte und Bilder in die Erstellung einfließen.

Für kleinere Marketingteams kann das die Produktion zusätzlicher Videovarianten erleichtern. Ein klares Konzept bleibt trotzdem nötig: Welche Zielgruppe möchtest du erreichen, welches Angebot soll im Mittelpunkt stehen und was sollen die Zuschauer:innen anschließend tun?

Prüfe die Ergebnisse vor der Verwendung sorgfältig. Werden Produkte richtig dargestellt? Sind eingeblendete Texte lesbar und Angaben korrekt? Passt das Video zu eurem Markenauftritt? Plane dafür Zeit ein – auch ein schnell erzeugtes Video braucht eine redaktionelle und gestalterische Prüfung.

Multimodale Videoerstellung im Asset Studio von Google Ads mit kreativen Vorgaben, Storyboard und Video-Assets

4. Wie Demand Gen deine Suchkampagnen ergänzen kann

Suchanzeigen erreichen Menschen anhand ihrer Suchanfragen. Demand Gen spricht Zielgruppen dagegen mit Bild- und Videoanzeigen an, etwa auf YouTube, Discover und Gmail. Zum verfügbaren Inventar gehören auch das Google Displaynetzwerk und Google Maps. Welche Kanäle tatsächlich genutzt werden können, hängt unter anderem vom Anzeigentyp und den Kampagneneinstellungen ab.

Demand Gen kann Interesse an deinem Angebot wecken, frühere Websitebesucher:innen erneut ansprechen und auf Leads oder Verkäufe ausgerichtet werden. Der Kampagnentyp ist deshalb nicht auf die erste Phase vor einer Kaufentscheidung beschränkt.

Für deine Budgetplanung zählt, wo du zusätzliche Kund:innen wirtschaftlich erreichen kannst. Wenn deine Suchkampagnen profitable Anfragen liefern, aber nur begrenzte Nachfrage vorhanden ist, kann ein ergänzender Demand-Gen-Test sinnvoll sein. Voraussetzung sind passende Werbemittel, ein überzeugendes Angebot und verlässliches Conversion-Tracking. Allein wegen einer neuen Funktion solltest du kein Budget aus gut laufenden Kampagnen umschichten.

5. Was du jetzt vorbereiten solltest

Solange die Verfügbarkeit des Messaging-Tests offen ist, musst du dafür keine neuen Chat-Tools anschaffen. Die folgenden Vorbereitungen helfen dir aber auch bei deinen bestehenden Kampagnen:

  • Wähle ein konkretes Angebot. Was möchtest du bewerben, für wen ist es relevant und welche Fragen bleiben vor einer Anfrage häufig offen? Kläre diese Punkte, bevor du neue Anzeigen erstellst.
  • Bereite passende Werbemittel vor. Sammle aktuelle Produktbilder, Logos und vorhandenes Videomaterial. Plane horizontale und vertikale Varianten für die vorgesehenen Platzierungen. Teste unterschiedliche Argumente und Einstiege, statt nur dasselbe Motiv umzuschneiden.
  • Prüfe die Zielseite. Wer heute auf deine Anzeige klickt, sollte dort das beworbene Angebot wiederfinden und leicht eine Anfrage stellen oder kaufen können. Teste den Ablauf auch auf dem Smartphone.
  • Definiere, was eine gute Anfrage ausmacht. Ein ausgefülltes Formular oder ein gestarteter Chat allein sagt wenig über den geschäftlichen Nutzen aus. Halte fest, welche Anfragen zu deinem Angebot passen und wie viele davon zu Terminen oder Abschlüssen führen.
  • Kläre die Zuständigkeit für Nachrichten. Wer antwortet, zu welchen Zeiten und wann übernimmt der Vertrieb? Dafür brauchst du zunächst einen klaren Ablauf. Welche technische Lösung passt, lässt sich beurteilen, sobald die unterstützten Messaging-Apps feststehen.

Wenn du Demand Gen testest, lege vor dem Start ein Budget und ein messbares Ziel fest. Für die Leadgewinnung können das beispielsweise die Kosten pro qualifizierter Anfrage sein. Berücksichtige bei der Auswertung auch, wie lange aus einer Anfrage bei euch üblicherweise ein Auftrag wird.

Fazit: Neue Möglichkeiten, aber noch kein fertiger Messaging-Kanal

Google erweitert Demand Gen um neue Kontaktmöglichkeiten, passendere Reiseanzeigen und KI-gestützte Videoerstellung. Beim Messaging bleibt allerdings offen, wann und unter welchen Voraussetzungen du die Funktion nutzen kannst. Ob daraus zusätzliche qualifizierte Anfragen entstehen, müssen spätere Tests zeigen.

Für deine aktuellen Kampagnen lohnt sich deshalb der Blick auf das, was du bereits beeinflussen kannst: ein klares Angebot, passende Werbemittel und eine Auswertung, die auch die Qualität der Anfragen berücksichtigt. Diese Grundlagen entscheiden mit darüber, ob neue Funktionen deinem Geschäft tatsächlich helfen.

Passt Demand Gen zu deinen Kampagnen?

Du möchtest zusätzliche Anfragen gewinnen und wissen, ob Demand Gen deine bisherigen Google-Ads-Kampagnen sinnvoll ergänzen kann? Wir beraten dich dazu, welche Rolle der Kampagnentyp für deine Ziele spielen kann und worauf du bei Werbemitteln und Erfolgsmessung achten solltest.

Romina Afzal

SEA verbindet für mich Analyse, Kreativität und die Möglichkeit, immer wieder Neues dazuzulernen. Als Teil des SEA-Teams habe ich große Freude daran, mein Wissen stetig weiterzuentwickeln, neue Ansätze auszuprobieren und meine Erfahrungen mit anderen zu teilen.

    JETZT ANFRAGEN