Was ist Paginierung im SEO

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Paginierung bedeutet in der Suchmaschinenoptimierung zusammenhängende Inhalte, die auf mehreren URLs als Einzelseiten dargestellt werden. Ein Grund für eine Paginierung ist, einzelne Seiten übersichtlich und kurz darzustellen, damit Nutzer nicht ewig scrollen müssen.

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Wann macht Paginierung bei Websites und Online Shops Sinn?

Nutzer und Suchmaschinen bevorzugen übersichtliche und auf das Wesentliche beschränkte Inhalte, die auf eine Seite passen. Bei zu langen Texten ist es i. d. R. ratsam, mit anklickbaren Inhaltsangaben zu arbeiten. Durch die für die Inhaltsangabe verwendeten Zwischenüberschriften können Nutzer auf die für sie relevanten Passagen springen. 

Ist eine übersichtliche Anordnung auf einer Seite nicht möglich, kann eine Paginierung sinnvoll sein. Gründe sind beispielsweise:

  • großes Produktangebot zu einer Kategorie im Online Shop
  • Formate wie eine mehrtägige Reportage (Weblogs)
  • Unterkategorien in Foren / Blogs

Eine Paginierung hilft Nutzern dabei ohne langes Scrollen zu dem gewünschten Inhalt zu kommen.

Wie wirkt sich Paginierung auf das Ranking aus?

Nach Ansicht von Google sind Inhalte, die auf eine Seite passen, wesentlich nutzerfreundlicher. Die Google Bots ignorieren seit einiger Zeit die Paginierungscodes rel=“next“ und rel=“prev“. Ja, Einzelseiten bieten in der Regel wirklich die bessere Userexperience, aber besonders im E-Commerce bei großen Shops ist das nicht möglich. Hinzu kommt, dass andere Suchmaschinen wie Bing Paginierungen immer zur Strukturierung und Indexierung nutzt. Was also tun? 

Paginierungsalternativen: Infinite Scrolling und View-all-Page

Viele Online Shops haben mit Infinite-Scroll im JavaScript reagiert. Hier laden sich die Inhalte der Folgeseiten während der Nutzer scrollt, automatisch nach. Das Infinite Scrolling verlangsamt den Seitenaufbau aber oft und auch die Indexierung der nachladenden Inhalte ist problematisch. 

View-all-Page erlaubt dem Nutzer, alle von Dir angelegten Seiten zu dem Thema als eine Seite ansehen zu können. Das funktioniert gut, solange es reiner oder überwiegender Textcontent ist. Sind Bilder oder sogar Videos dabei, besteht auch hier das Problem der verlängerten Ladezeiten. Das stört die Usability, verkürzt die Verweildauer und sorgt so für ein schlechteres Ranking und weniger Umsatz.

Googles Lösung zum Paginierungsproblem

Google liefert zu dem selbstverursachten Paginierungschaos einen Ausweg. Die Google-Bots stören sich nicht an rel=“next“ und rel=“prev“ und ignorieren die Codes. Daher können sie weiterhin für Bing und Co. zum korrekten Indexieren genutzt werden. Damit auch Google Deine URLs nicht fälschlich als Duplicate Content einstuft, reicht es aus, wenn Du auf den paginierten Seiten auf die vorausgehende und folgende Seite verlinkst. Bei allen Seiten, die auf die erste Seite folgen, muss aber unbedingt ein Link zur ersten Seite gesetzt werden, damit Google die Reihenfolge versteht.

Wie lege ich eine SEO-konforme Paginierung an?

Die Paginierung muss von Dir im Quellcode im <head> Deiner Website als rel=“next“ und rel=“prev“ angelegt werden. 

Seite 1 der Paginierung

Bei der ersten Seite, in diesem Beispiel: http://www.deinewebsite.de/thema-xy/seite/ musst Du den Bots den Hinweis geben, dass noch eine weitere Seite zu dem Thema folgt. 

Beispiel für Seite 1: 

<link rel=“next“ href=“http://www.deinewebsite.de/thema-xy/seite/2/“/>. Damit weiß die Suchmaschine Bescheid, dass diese Seite die erste von mindestens zwei Seiten ist.

Alle Seiten zwischen der ersten und letzten der Paginierung

Wenn Deine Paginierung mehr als zwei Seiten beinhaltet, kommt für jede Seite vor der letzten Seite ein eindeutiger Hinweis für die Bots in den <head>-Bereich, der sich jeweils auf die vorangestellte und nachfolgende Seite bezieht. 

Beispiel für Seite 2: 

<link rel=“prev“ href=“http://www.deinewebsite.de/thema-xy/seite/“/>

<link rel=“next“ href=“http://www.deinewebsite.de/thema-xy/seite/3/“/> 

Beispiel für Seite 3: 

<link rel=“prev“ href=“http://www.deinewebsite.de/thema-xy/seite/2/“/>

<link rel=“next“ href=“http://www.deinewebsite.de/thema-xy/seite/4/“/> 

Paginierung für die letzte Seite

Die letzte Seite der Paginierung bildet den Abschluss und hat entsprechend nur einen rel=“prev“-Code. Wir gehen in hier davon aus, dass unser Thema in vier Seiten geteilt wurde.

Beispiel für die letzte Seite:

<link rel=“prev“ href=“http://www.deinewebsite.de/thema-xy/seite/3/„/>

Wann Canonical Tag, wann Paginierung und wann Noindex?

Der Canonical Tag teilt Suchmaschinen mit, dass es sich absichtlich um zwei nahezu identische Inhalte also echten Duplicate Content handelt. Der Canonical Tag fordert die Crawler auf, nur die erste Seite zu indexieren. Hat man ein Produkt in vielen verschiedenen Farben und für jede Farbvariante eine Seite mit dem gleichen Text, ist der Canonical Tag korrekt und wichtig.

Sind es fortlaufende Seiten mit unterschiedlichen Produkten und Inhalten ist die Paginierung sinnvoll. Sie teilt Suchmaschinen mit, dass es sich auf mehreren Seiten um ähnliche Inhalte handelt, diese aber nicht identisch sind und zusammengehören.

Noindex solltest Du nie für die erste Seite verwenden, sondern nur für Folgeseiten, wenn diese zu einer Kategorie mit vielen Produktseiten mit gleichen Beschreibungen gehören. Die Einstellung auf Noindex ab Seite 2 sorgt dafür, dass keine nachfolgende Seite indexiert wird und alle Stärke auf der ersten Seite bleibt. Bei Blogs sollte von dieser Version auf jeden Fall abgesehen werden, da die verlinkten Beiträge auf Seite 2+ ansonsten weniger Linkkraft erhalten. 

Logarithmische Paginierung für Riesenshops

Wenn Du zu einer Kategorieseite 100 oder mehr Folgeseiten hast, ist es nutzerfreundlich, das Schritttempo anzuziehen und damit die Sprünge von der ersten zur zehnten Seite. Wie groß die Sprünge und wie vielfältig die möglichen Filteroptionen sind, hängen von Deiner Shopgröße und Art des Sortiments ab.

Fazit: Wo sind Paginierungen noch sinnvoll?

Ideal ist es in der Regel Content auf einer Seite zu veröffentlichen und bei längeren Inhalten mit anklickbaren Inhaltsangaben zu arbeiten. Nutzer bevorzugen in vielen Fällen scrollen statt klicken. Bei einer überschaubaren Anzahl an Produkten oder bei verschiedenen Produkten einer Kategorie sind View-all-Page oder Infinite-Scroll oft die besseren Optionen. So vermeidest Du, dass die Inhalte nicht ihr volles SEO Potenzial entfalten können und Linkpower geschwächt wird. 

Eine Möglichkeit Paginierungen in größeren Shops zu umgehen, ist es mehrere Kategorien mit weniger Produkten anzulegen. Hat man ein extrem tiefes Sortiment ähnlicher Artikel, sollte man eine Paginierung ab Seite 2 Noindex wählen, um der ersten Seite mehr Präsenz zu gewähren. Wichtig ist es, die Paginierung dabei korrekt im Quellcode <head> anzulegen und für Google die Seiten miteinander zu verlinken. Bei der Art, den Nutzer von Seite 1 zu Folgeseiten zu lenken, kommt es auf die Anzahl der Seiten an. Bis 10 Seiten sind Einzelschritte bequem. Danach sollte man weitere Sprungoptionen anbieten.

Du hast einen Online Shop und bist unsicher ob Paginierung mit Einzelseiten, View-all-Page oder Infinite Scroll die bessere Variante für Dich ist? Unsere Experten beraten Dich gern.

Sie haben noch Fragen? Zögern Sie nicht, uns anzusprechen!

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