Storytelling: Tipps für das richtige Geschichten erzählen

Storytelling
Andreas Kirchner

Autor: Andreas Kirchner

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Datum: 06.11.2018, 11:01 Uhr

Storytelling ist eine der effektivsten Methoden, neue Kunden zu gewinnen und diese „bei Laune“ zu halten.

Hierbei handelt es sich um eine Marketingmethode, bei der bestimmte Fakten – also beispielsweise Informationen zu Ihrem Unternehmen oder zu Ihren Produkten – in Form von Geschichten erzählt werden.

Im Vergleich zum klassischen Marketing hat dies einen entscheidenden Vorteil:

Ihre Kunden werden sich Ihre Botschaft schneller merken und sich hierdurch an Sie erinnern.

Warum ist das so? Weil wir von kleinauf mit Geschichten erzogen werden und uns durch die bildhafte Darstellung der Inhalte eher in die Situation hineinversetzen können. Wir können das Erzählte fühlen, es auf uns beziehen und es uns folglich besser merken.

Im Vergleich zu vielen anderen Werbemethoden wird das Storytelling, also das Geschichtenerzählen, zudem als angenehm und eben nicht als nervig oder gar zeitraubend empfunden.

Die 3 größten Vorteile von Storytelling

  • Emotionen können besser verarbeitet werden
    Wir alle kennen Geschichten und wir lieben sie. Wer von uns ist nicht mit den Gebrüdern Grimm und Geschichten wie „Hänsel und Gretel“ oder „Aschenputtel“ aufgewachsen? Und noch im Erwachsenenalter können wir diese Geschichten meist problemlos erzählen, weil unser Gehirn diese Form von Informationen deutlich besser abspeichern und umsetzen kann als das Merken reiner Fakten.
    Warum? Weil beim Erfassen von Geschichten beide Gehirnhälften aktiv sind, und nicht nur die linke, die zum Analysieren der Fakten benötigt wird. Die rechte Gehirnhälfte, die kreative Ansätze und Emotionen verarbeitet, ist ebenso beteiligt.
  • Jeder hat eine Story
    Wirklich jeder! Selbst, wenn Sie jetzt denken: „Was soll ich schon spannendes erzählen?“, wird es oft nur wenig Mühen kosten, Ihre Geschichte zu finden.
    Um mit Ihrer Story Ihre Marke oder Ihr Unternehmen zu stärken, ist es beispielsweise eine gute Idee, Ihr „Warum“ zu erzählen.
    Warum haben Sie das Unternehmen gegründet? Warum möchten Sie Produkt X verkaufen oder Person Y helfen? Warum gehen Sie jeden Tag ins Büro? (Was treibt Sie an?)
  • Durch Storytelling sichern Sie sich die Aufmerksamkeit
    Gehen Sie einmal kurz in sich:

    • Wie viele Newsletter erhalten Sie pro Woche?
    • Mit wie vielen Werbeplatzierungen werden Sie täglich im Internet bombardiert?
    • Wie viele Werbespots sehen Sie in nur einer Werbeunterbrechnung im Fernsehen?
    • Wie viele Werbeanzeigen entdecken Sie in der Tageszeitung?“

    Und wie viele von diesen Anzeigen, Werbespots oder Newslettern bleiben Ihnen in Erinnerung?

    Sicherlich nur ein winziger Teil.

    Welche Werbung fällt Ihnen spontan ein?

    Eine Produktwerbung, die zwar von Anfang bis Ende mit Fakten behaftet ist, von der Sie sich zum Schluss aber dennoch fragen, wofür denn jetzt überhaupt geworben wurde?

    Oder die Werbung, die mit einer glänzenden Geschichte aufwartet. Eine Werbung, die ein Problem enttarnt, in das Sie sich hineinversetzen können? Eine Werbung, die Ihre Emotionen weckt, die Sie zum Lachen oder gar zum Nachdenken bringt?

    Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie sich für die zweite Variante entscheiden, ist sehr hoch. Und so geht es den meisten Menschen.

Und genau deshalb ist Storytelling für Unternehmen eine der effektivsten Möglichkeiten, um mit einem Produkt oder einer Dienstleistung bekannt zu werden. Oder was glauben Sie, weshalb viele hochrangige, internationale Unternehmen seit Jahren auf Storytelling setzen?

Storytelling lernen: Mit diesen Storytelling Tipps gelingt Ihnen der Durchbruch

Sie müssen kein erstklassiger Storyteller sein, um zwischen sich und Ihrem Kunden eine emotionale Bindung zu erzeugen.

Oft reichen kleine „Tricks“ aus, um Emotionen hervorzurufen.

Und das Beste: Storytelling bedeutet nicht, dass Sie unbedingt schreiben können müssen. Es gibt auch andere Formen von Storytelling, sodass Sie diese tolle Methode auch in Videos oder Audios verwenden können.

Tipp 1 – Haben Sie ein Ziel!

Ehe Sie mit dem Storytelling – oder mit irgendeiner anderen Marketing-Methode beginnen – sollten Sie sich Ihrer Zielgruppe und Ihrer Ziele bewusst werden.

Andernfalls kann Ihre Story umwerfend sein. Wenn Sie die Zielgruppe jedoch nicht erreicht oder das gewünschte Ziel verfehlt, wird es Ihnen nichts bringen.

Am besten führen Sie also zunächst eine Zielgruppenanalyse durch und legen Ihre Ziele fest, ehe Sie sich über Ihre Story Gedanken machen.

Tipp 2 – Sprechen Sie die Sprache Ihrer Zielgruppe

Es ist wichtig, dass Sie sich in Ihre Zielgruppe hineinversetzen können, denn nur hierdurch können Sie lernen, deren Sprache zu sprechen.

Warum dies so wichtig ist?

Ein kleines Beispiel:

Sie gehen in eine große, seriöse Bank, um einen Geschäftskredit zu beantragen. Sie ziehen zu diesem Termin einen Anzug an und binden sich eine Krawatte um. Sie sind bestens vorbereitet und höflich, wie es sich eben so gehört, wenn man einen Kredit beantragen möchte.

Der Bankberater begrüßt Sie mit einem Handschlag und spricht Sie erfreut mit „Du“ an.

Im ersten Moment fühlt sich dies befremdlich an, doch Sie gewöhnen sich an die Situation und führen das Gespräch locker fort.

Doch mal ehrlich: ist es das, was Sie von einer seriösen Bank im Geschäftskundenbereich erwarten? Oder fühlen Sie sich jetzt womöglich plötzlich weniger gut aufgehoben?

Die meisten Leute werden sicherlich zweifeln, ob Sie sich für die richtige Bank entschieden haben.

Und genau das passiert auch Ihnen, wenn Sie Ihre Zielgruppe „falsch“ ansprechen. Sprechen Sie daher unbedingt die Sprache Ihrer Zielgruppe!

Tipp 3 – Seien Sie emotional

Eine gute Story lebt von Emotionen, denn erst durch die Emotionen werden Informationen für uns fühlbar und realistisch.

Was wir gestern gegessen haben, vergessen wir schnell wieder. Aber wehe, uns ist vor zehn Jahren ein Hammer auf den Zeh gefallen. Den Schmerz könnten wir noch heute haargenau beschreiben.

Genau diesen Umstand sollten Sie sich für Ihre Story zunutze machen. Hauchen Sie ihr daher unbedingt Emotionen ein.

Tipp 4 – Seien Sie glaubwürdig

Gehen wir noch einmal kurz zurück zu dem Beispiel mit dem ziemlich lockeren Bankberater.

Empfinden Sie diesen wirklich als glaubwürdig? Oder hegen Sie doch Zweifel daran, ob es sich um einen kompetenten und vor allem um einen seriösen Mitarbeiter handelt, der Ihnen wirklich weiterhelfen kann? Schließlich ist ein Kredit eine große Sache. Da möchten Sie sich darauf verlassen, in kompetente Hände zu gelangen und ein seriöses Angebot zu erhalten oder?

Viele Unternehmen schießen beim Storytelling leider über das Ziel hinaus. Sie erfinden eine Geschichte. Sie möchten eben lieber etwas höchst Werbewirksames, als sich mit der „kleinen“ Geschichte, die sie wirklich ausmacht, für die sie leben und die sie lieben, die aber auf den ersten Blick wenig spannend erscheint, in die Öffentlichkeit zu treten.

Und genau hieraus resultieren zwei Probleme:

  1. Sie verlieren mit der Zeit an Glaubwürdigkeit, denn Sie werden diese Geschichte niemals dauerhaft aufrechterhalten können.
  2. Sie bringen automatisch weniger Emotionen hinein, da diese „fantastische“ Geschichte eben nicht Ihre Geschichte ist.
    Ihre Kunden werden das sofort durchschauen!

Tipp 5 – Lösen Sie das größte Problem Ihres Kunden

Hierzu ein kleines Beispiel:

Sie haben morgen einen wichtigen Geschäftstermin in Hamburg. Das bedeutet für Sie eine Fahrt von drei Stunden mit dem eigenen PKW.

Als Sie starten wollen, springt Ihr Auto nicht an.

Sie brechen in Panik aus, denn eine Bahnfahrt dauert zu lange und den Flieger erreichen Sie nicht mehr. So kurzfristig einen Leihwagen zu organisieren, gestaltet sich schwierig, da Sie in einem kleinen Dorf leben. Weit und breit gibt es nichts.

Ihnen fällt jedoch ein, dass Sie eine Mitgliedschaft beim Pannendienst haben. Sie rufen die Hotline an und erklären das Problem. Der freundliche Mitarbeiter sichert Ihnen zu, dass in 20 Minuten ein Pannendienstmitarbeiter bei Ihnen eintreffen und sich das Auto anschauen wird. Ihnen bliebe, da Sie ja einen einstündigen Puffer eingeplant haben, immer noch genug Zeit, um entspannt nach Hamburg zu fahren. Vorausgesetzt, der Pannendienstmitarbeiter bekommt Ihren Wagen wieder flott, und zwar schnellstmöglich.

Der Mitarbeiter des Pannenservices trifft überpünktlich bei Ihnen ein. Er stellt Ihnen ein zwei Fragen (und zwar die richtigen). Sie können diese zuverlässig beantworten und er weiß sofort die Lösung. Er holt seinen Werkzeugkasten, schraubt im Motorraum Ihres Fahrzeuges herum und innerhalb von wenigen Minuten können Sie das Auto wieder starten.

Er weißt Sie darauf hin, dass die Reparatur nur provisorisch ist, Sie mit dem Auto aber noch bedenkenlos bis nach Hamburg und zurück kommen. Doch danach sollten Sie in der Werkstatt vorbei kommen, um das Problem beheben zu lassen.

Perfekt: Ohne Umwege hat der Pannendienstmitarbeiter Ihr Problem gelöst. Sie lieben ihn dafür, denn er hat dafür gesorgt, das Sie den wichtigen Kundentermin wahrnehmen konnten. Zwar müssen Sie nach Ihrem Termin noch in die Werkstatt, aber Sie verlieren Ihren Kunden nicht.

Doch jetzt stellen Sie sich einmal vor:

Der Pannendienstmitarbeiter wäre pünktlich bei Ihnen eingetroffen. Sie hätten ihm das Problem geschildert und er hätte Ihnen ebenfalls ein paar Fragen gestellt, die Sie ihm zuverlässig hätten beantworten können.

Dann aber wäre der Pannendienstmitarbeiter nicht mit dem Werkzeug zur Tat geschritten, um Ihr Auto zu reparieren. Vielmehr hätte er Ihnen lange und breit erklärt, warum das Fahrzeug nicht startet. Er hätte mit Fachbegriffen um sich geworfen, nicht das richtige Werkzeug gefunden und Sie gebeten, das Auto in die Werkstatt abschleppen zu lassen, damit es dort repariert werden kann.

Ihre Frage, nach einer schnellen Lösung hat er mehrfach gekonnt überhört.

Sie hätten das Fahrzeug abschleppen lassen. In der Werkstatt wäre es zwar repariert worden, aber Sie hätten Ihren Termin verpasst und den Kunden verloren! Wie ärgerlich!

Kurzum: Dieser Pannendienstmitarbeiter hätte Ihr Problem nicht verstanden. Er wäre nicht auf Sie eingegangen und er hätte Sie nicht auf dem schnellsten Weg zu einer für Sie passenden Lösung gebracht.

Und genau das möchte kein Kunden der Welt erleben!

Lösen Sie daher die größten Probleme Ihres Kunden, und zwar am besten auf geradem Wege, ohne ihn viel Zeit zu kosten. Und gehen Sie hierfür auf die Probleme Ihres Kunden ein!

Welche Geschichten kann ich erzählen?

Jedes Unternehmen hat mindestens zwei Geschichten, die es erzählen kann.

  1. Das „Warum“
  2. Das „Über uns“ (Erzählen Sie etwas über Ihre Vergangenheit oder über Ihre Herkunft)

Außerdem eignen sich auch die folgenden Arten für Storytelling im Unternehmen:

  • Kundengeschichten
  • Stories über andere Menschen

Wie erzähle ich die Geschichten so, dass Sie am meisten Aufmerksamkeit erreichen?

Damit Sie mit der Geschichte die volle Wirksamkeit erzielen, müssen Sie sie an die Bedürfnisse Ihrer Zielgruppe anpassen.

Sie müssen ein Problem lösen und die Sprache Ihrer Kunden sprechen.

Sie müssen glaubwürdig und emotional sein.

Außerdem benötigt jede Geschichte

  • Einen Helden
  • Einen Spannungsbogen mit plötzlicher Wendung
  • Einen bestimmten Zweck

Storytelling im Überblick – Das sollten Sie beachten:

  • Finden Sie als erstes Ihre Zielgruppe und Ihre Ziele
  • Lernen Sie die Sprache Ihrer Zielgruppe
  • Seien Sie emotional
  • Seien Sie glaubwürdig
  • Lösen Sie das größte Problem Ihres Kunden
  • Verbreiten Sie Ihre Geschichte auf allen Kanälen
  • Nutzen Sie Storytelling im Text, in Videos oder als Audio
  • Erzählen Sie Ihr „Warum“

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